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Der Zukunftsfriedhof …

… ist so einfach. Licht(er) stehen am Eingang. Sie weisen den Weg. Taschentücher gibt es. Sie trocknen die Tränen. Mittendrin steht ein Riesenrad. Dort fällt Trauern leicht(er). Mit Luftballons lassen sich Nachrichten in den Himmel schicken. Reden hilft. Ein Brunnen, um Geld für Verschönerungen zu sammeln, darf nicht fehlen.

Der Zukunftsfriedhof …

„Im Rahmen der Ferien-Veranstaltung Geisterwelten am FEZ (dem größten gemeinnützigen Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Europas, in Berlin-Köpenick), zeichnen Kinder im Herbst 2025 einen Ort, an dem sich Trauer und Leben nicht ausschließen, sondern begegnen: den Friedhof der Zukunft.“

Mitten in der Berliner Wuhlheide erhalten sie die Möglichkeit, ihre Angst vor dem Traurigsein auszuprobieren, sie in einem sicheren Rahmen zu entdecken, spielerisch zu verpacken und mit bunten Stiften zu gestalten.

Unter dem TitelWarum Trauern wichtig ist und was hilftgestalten sie in einem gemeinsamen Projekt des Bestattungsunternehmens Lebensnah und der Initiative Raum für Trauer bunte Bilder eines Friedhofs, wie sie sich ihn wünschen. Augen, Ohren und Sinne öffnen und die eigenen Gedanken zeichnerisch zu Papier zu bringen, das ist die Aufgabe. Anfassen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht und gefordert. In den Kinderzeichnungen entstehen Bilder von Friedhöfen als freundliche Spielwiesen der Sinne; farbenfroh und ungewohnt. Sie zeigen, wie Kinder sich den Friedhof der Zukunft vorstellen: einladend, bunt und anders. Die Zeichnungen drehen sich um Erinnerungen, Ängste und Träume, aber nicht nur. Sie zeigen eine eigene Vorstellungskraft und werfen Fragen auf: über das, was ist – Kindheit und Kindsein – und über das, was kommt – die Erwachsenenthemen Sterben, Tod und Trauer.  Zu gewinnen gibt es auch etwas; nicht nur für die Kinder!

Wie Friedhöfe neu und vor allem anders zu gestalten sind, das ist ein Thema in vielen Zeichnungen; kreativ und spielerisch. Die Botschaft der Kinder ist deutlich. Freundlich, einladend und offen soll der Friedhof der Zukunft sein. Helfende Hände braucht es dort sowie die Möglichkeit zu reden und etwas tun zu dürfen. Daneben braucht es finanzielle Mittel, um dies zu ermöglichen; eine Art „Fontana di Trevi“, wo das Werfen von Geld Glück bringen soll. Menschen werfen eine Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter rückwärts in einen Brunnen und alles wird (wieder) schön. Wenn es so einfach wäre …

Kinder an die Macht? Auch! Was bei Herbert Grönemeyer idealisiert oder naiv klingt, ist in den Zeichnungen der Kinder eine eindringliche Botschaft. Es muss sich etwas ändern. Die Grenze zwischen dem, was war, und dem, was noch kommen wird, verschwimmt. Die Friedhöfe wandeln sich in lebendige und gemeinschaftliche Orte. Kinder sind geniale Dilettanten der Empathie und des sozialen Miteinanders. Sie haben eine blühende Fantasie. In ihren Bildern schlagen sie den Bogen von Angst und Verzweiflung zu ihren Zukunftsträumen und der Hoffnung auf ein schönes Leben.
Ihre Zeichnungen sind vergänglich. Morgen entstehen schon andere. Eines zeigen sie dennoch: Kinder sind ein gutes Friedhofs-Publikum, weil sie diese Orte instinktiv und auf eine klare Art und Weise sehen. Sie sind fasziniert von Menschen, die etwas auf die Beine stellen, von Ritualen und von Aktivitäten. Sie wollen den Friedhof neu erfinden. Ihre Botschaft ist eindeutig: Die Friedhöfe müssen schöner werden.

Willy Hafner

Willy Hafner glaubte schon immer, dass Friedhöfe gute Orte sein könnten. Die Bilder der Kinder stimmen ihn zum Beginn des neuen Jahres einmal mehr zuversichtlich.

Der „Zukunftsfriedhof“ ist einfach: Es braucht Lichter und Taschentücher.

Der „Zukunftsfriedhof“ ist einfach: Es braucht eine Möglichkeit, Nachrichten zum Himmel zu schicken.

Der „Zukunftsfriedhof“ ist einfach: Es braucht ein Riesenrad

Der „Zukunftsfriedhof“ ist einfach: Es braucht einen Brunnen, um Geld zu sammeln.

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… ist so einfach. Licht(er) stehen am Eingang. Sie weisen den Weg. Taschentücher gibt es. Sie trocknen die Tränen. Mittendrin steht ein Riesenrad. Dort fällt Trauern leicht(er). Mit Luftballons lassen sich Nachrichten in den Himmel schicken. ...

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